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Blog Serie: #5 Vereinbarkeit neu gedacht - Warum Teilzeit & Co. oft nicht das löst, was wir hoffen

  • Autorenbild: Dominique Knöpfli
    Dominique Knöpfli
  • 13. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Teilzeit gilt heute als eine der wichtigsten Lösungen für Vereinbarkeit. Viele Organisationen ermöglichen reduzierte Pensen. Viele Eltern nutzen diese Möglichkeit, um Arbeit und Familie besser zu verbinden. Auf den ersten Blick scheint das Modell zu funktionieren.

Doch wenn man genauer hinschaut, zeigt sich häufig ein anderes Bild.


Wenn sich das Pensum verändert – aber nicht die Rolle

Viele Mitarbeitende kehren nach einer Familienphase mit reduziertem Pensum in ihre bisherige Rolle zurück. Die Funktion bleibt gleich. Die Verantwortung bleibt ähnlich. Nur die Arbeitszeit verändert sich.

In den ersten Wochen funktioniert dieses Modell oft erstaunlich gut. Teams bemühen sich, Rücksicht zu nehmen. Aufgaben werden bewusst verteilt.

Doch mit der Zeit passiert etwas, das in vielen Organisationen zu beobachten ist. Das System fällt wieder in seine gewohnten Muster zurück.

Die Rolle ist dieselbe – also entstehen auch wieder ähnliche Erwartungen. Meetings finden zur gleichen Zeit statt. Projekte laufen im gleichen Tempo. Verantwortung wird weiterhin ähnlich verteilt. Unbewusst wird vergessen, dass diese Person nun weniger arbeitet.


Gegenseitige Erwartungshaltungen

Interessanterweise entsteht diese Dynamik nicht nur im Umfeld.

Auch viele Mitarbeitende selbst tragen dazu bei. Wer in eine vertraute Rolle zurückkehrt, möchte häufig zeigen, dass das reduzierte Pensum keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bedeutet.

Die Folge ist ein stiller Anspruch an sich selbst:

Ich muss weiterhin genauso zuverlässig sein. Ich darf das Team nicht belasten. Ich muss zeigen, dass es funktioniert.

So entsteht ein Spannungsfeld aus gegenseitigen Erwartungen. Das Umfeld erwartet Kontinuität. Die Mitarbeitenden selbst möchten sie ebenfalls aufrechterhalten.

Das Resultat ist häufig ein Modell, das auf dem Papier reduziert ist –in der Realität jedoch kaum Entlastung bringt.


Wenn Teilzeit nur ein Pflaster ist

Teilzeit kann eine wertvolle Möglichkeit sein. Doch sie löst das strukturelle Problem nur dann, wenn auch Rollen, Verantwortung und Erwartungen angepasst werden.

Sonst entsteht eine paradoxe Situation: Die Zeit reduziert sich. Die Verantwortung bleibt. Das führt nicht zu Vereinbarkeit – sondern zu versteckter Mehrbelastung.


Vereinbarkeit braucht neue Rollenmodelle

Echte Vereinbarkeit entsteht nicht nur durch weniger Stunden. Sie entsteht durch ein anderes Verständnis von Rollen.

Teams müssen gemeinsam klären: Welche Aufgaben gehören wirklich zu einer Rolle? Welche Verantwortung ist zentral? Was kann anders organisiert werden? Diese Gespräche sind nicht immer einfach. Doch sie eröffnen eine wichtige Perspektive: Arbeit muss nicht zwingend so organisiert bleiben, wie sie immer war.

Echte Vereinbarkeit bedeutet, nicht nur Arbeitszeit zu reduzieren – sondern Rollen und Erwartungen neu zu gestalten.

Mom2MomBusiness – Vereinbarkeit neu denken

Bei Mom2MomBusiness beschäftigen wir uns genau mit solchen Fragen. Nicht nur mit Arbeitszeitmodellen – sondern mit der Frage, wie Rollen, Verantwortung und Zusammenarbeit so gestaltet werden können, dass sie zu realen Lebensmodellen passen. Denn Vereinbarkeit entsteht nicht allein durch weniger Stunden. Sie entsteht dort, wo Organisationen beginnen, Arbeit neu zu denken.

 
 
 

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